Mit Musik in den Krieg – Bundeswehrpropaganda stoppen

Im Rahmen einer bundesweiten Tournee gastiert die Bigband der Bundeswehr mit Unterstützung des Oberbürgermeisters am 12. 5. 2010 um 20.00 h in der Tonhalle Düsseldorf. Dies ist bereits innerhalb kurzer Zeit das zweite Mal, dass ein Militärorchester der Bundeswehr in der Tonhalle auftritt. Am 10.2. 2010 protestierten über 100 Antimilitaristinnen und Antimilitaristen gegen ein Konzert des Heeremusikkorps Koblenz.
Die Militärmusikensembles spielen eine wichtige Rolle in der Imagepflege der Bundeswehr im In- und Ausland und kommen deshalb verstärkt zum Einsatz. Besonders auch die Bigband, die sich auf ihrer homepage damit brüstet, viele ihrer Konzerte als Benefizkonzerte zu veranstalten und so bereits mehr als 15 Millionen EURO für Hilfsprojekte eingespielt zu haben. (siehe www.bigband.bw.de)
So auch bei dem Konzert in Düsseldorf, das als Benefizkonzert zugunsten des Kinderhospizes “Regenbogenland” des LKBK Hilfswerks e.V. angekündigt ist. Welch ein Zynismus. Während fast täglich bei den weltweiten Einsätzen mit Beteiligung des deutschen Militärs, vor allem in Afghanistan, Zivilisten, darunter viele Kinder und Jugendliche wie zuletzt in Kundus, getötet und verstümmelt werden, spielt sich die Bundeswehr mit diesen Konzerten als Freund und Helfer von Kindern auf. Milliarden werden jährlich für die Kriegseinsätze der Bundeswehr verpulvert und fehlen in den Kassen für die öffentliche Daseinsvorsorge. Wir sagen, Bundeswehr raus aus Afghanistan und anderswo, Rüstung runter, dann ist auch genug Geld da für die dauerhafte Sicherung von Kinderhospizen und anderen sozialen Einrichtungen.

Die Bundeswehr sieht sich einem zunehmenden Imageverlust ausgesetzt seit sie als Interventionsarmee weltweit zur militärischen Verteidigung deutsche Profitinteressen eingesetzt wird, getarnt als “Krieg gegen den Terrorismus” oder als “humanistische Intervention”. Immer mehr Menschen lehnen dies ab. Die große Mehrheit unserer Bevölkerung ist für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Dem entgegen zu wirken versucht die Bundeswehrführung verstärkt, sich in allen zivilen Bereichen zu verankern. Durch öffentliche Gelöbnisse, Militärshows, Rekrutierungsversuche in Schulen und Arbeitsagenturen, durch Zusammenarbeit mit Vereinen und Kommunen. Und eben auch mit sogenannten Benefizkonzerten ihrer Militärkapellen.

Wir lehnen Bundeswehrpropaganda ab, in welcher Form auch immer. Deshalb protestieren wir heute wieder vor der Tonhalle. Wir wollen militaristische Propaganda verhindern, weil wir gegen die Verankerung von Militarismus in der Gesellschaft sind und dem propagandistischen Bild des Soldaten als freundlichem Helfer widersprechen. Soldaten sind Mörder – keine Sozialarbeiter, ob mit Instrumenten oder Waffen. Wir fordern die Auflösung aller zivil-militärischen Zusammenarbeit und Bündnisse, auch der Partnerschaft der Stadt Düsseldorf mit der Bundeswehr.

Bundeswehr raus aus Afghanstan! Bundeswehr wegtreten!

Aktionsbündnis gegen Militarismus und Krieg Düsseldorf (amk.blogsport.de)

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